Wagrain
Neben dem österreichischen Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl lebte auch ein 2. berühmter Dichter in Wagrain - Joseph Mohr, der Dichter des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Am 11. Dezember 1792 in Salzburg geboren, wurde er am 21. August 1815 im Hohen Dom zu Salzburg zum Priester geweiht. Nachdem er als Hilfspriester in verschiedenen Pfarren der Erzdiözese gewirkt hatte, kam er als selbständiger Pfarrvikar im Jahre 1837 nach Wagrain. Hier entfaltete der von der ganzen Bevölkerung geliebte und verehrte Pfarrer eine segensreiche Tätigkeit. Sein erstes und großes Werk ist die Erbauung der ersten Volksschule in Wagrain, die auch heute noch seinen Namen trägt. Die Unterstützung der Feuerwehr war ihm ein besonderes Bedürfnis. Seine ganz große Sorge und Liebe galt den Armen. Nachdem er selbst in bitterster Armut herangewachsen war, hat er als sozial aufgeschlossener Mensch das ganze Armenwesen geregelt, sodass jeder sein Stübchen, sein Essen und seine Kleider bekam. Als Sänger und Musiker, der mehrere Instrumente beherrschte, unterhielt er einen großen Kirchenchor, pflegte das deutsche Kirchenlied und betätigte sich auch als Komponist. Er starb am 4. Dezember 1848 und wurde am 6. Dezember auf dem Friedhof in Wagrain begraben.
Beim Wagrainer Kulturspaziergang erfährt man bei einem 1,5 Stunden langen Spaziergang durch den Ort mehr über Joseph Mohr und die Geschichte von Wagrain. Nicht umsonst sagte Karl Heinrich Waggerl einst über Wagrain: „Ein geheimer Zauber muss wohl über diesem Dorf liegen. Leute von weit her ließen plötzlich alles hinter sich und wurden hier sesshaft – nicht als heilige Einsiedler, versteht sich, sondern einfach, weil das Leben hier ein Geschäft ist, für das man sich Zeit lassen muss.“
